…wie ich mal wieder auf Feynman komme
In einem sympatischen Artikel auf Slate diskutiert Chris Wilson, warum Journalisten für physikalische Phänomene so schlechte, neonbunt-blinkende Vergleiche finden, während Physiker oft sehr passende Bilder finden. Sehr schön ist das Analogon, das Richard Feynman für die Idee der Teilchenbeschleuniger gefunden hat: Man haut zwei Taschenuhren zusammen, sammelt die Einzelteile auf und versucht dadurch rauszufinden, wie eine Taschenuhr funktioniert.
Dem bleibt noch hinzuzufügen, dass es sicherlich zwei diskrete Begabungen sind, die Feynman oder den ebenfalls erwähnten Brian Greene auszeichnen: Nicht nur wissenschaftliches Talent, auch eine Gabe als Lehrer. Gerade Feynman ist ein Idol für die meisten Physikstudenten (bei uns war er es jedenfalls). Er war einfach cool - und wenn ihn was interessiert hat, hat er es verfolgt und ist meistens auch noch sehr gut drin geworden (Safes knacken, in brasilianischen Karnevalsbands spielen, Quantenelektrodynamik…). Wer sie nicht kennt, die beiden autobiographischen Bücher Feynmans sind hervorragend und inspirierend (und saulustig).
Zu Esoterik fällt mir auch immer diese Feynman-Geschichte ein: Seine erste Frau ist früh verstorben, und die Krankenschwester brachte Feynman nach ihrem Tod die Uhr der Frau, die exakt zum Todeszeitpunkt stehengeblieben war. Feynman glaubte niemals, dass dies irgendein paranormales Phänomen sei, kam aber erst später auf die Lösung: Die Uhr war stehengeblieben, unabhängig vom Tod der Frau. Aber als die Krankenschwester den Todeszeitpunkt eintrug, blickte sie auf die stehengeblieben Uhr und trug diese Zeit ein. Aber dass sich Feynman auch in diesem harten Moment nicht in seinem Glauben an Fakten und Wissen erschüttern ließ, das zeichnet den großen Wissenschaftler und großen Menschen aus.



