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Neuer Blick auf das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße

Filed under: Wissenschaft — 4 September 2008 @ 15:45

Radio Telescope

Im Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße, wird ein supermassives Schwarzes Loch vermutet. Das ist wirklich mal ein Brocken, nicht so wie die theoretisch möglichen Miniobjekte, die am LHC entstehen könnten und von Denkresistenten als “Gefahr” durch die Medien getrieben werden. Nein, dieser Bursche hat es wirklich in sich, mit ca. 4 Millionen Sonnenmassen.
Die Region im Zentrum der Milchstraße wird Sagittarius A* genannt, und ist eine Quelle für Radiowellen. Materie, die in der Ereignishorizont eines Schwarzen Loches gezogen wird, heizt sich auf und sendet Srahlung aus, daher kann aus der Beobachtung der Sagittarius A*-Region im Radiospektrum Aufschluss über das Schwarze Loch gewonnen werden.

Neue Ergebnisse bislang unerreichter Präzision werden in Nature veröffentlicht. Hier wurde die Methode der VLBI (Very Long Baseline Interferometry) eingesetzt, um ein virtuelles Riesenteleskop zu erzeugen. Das Prinzip ist, dass man mit mehreren Radioteleskopen gleichzeitig ein Objekt beobachtet, die Messungen dann sehr genau synchronisiert (dazu braucht dann Atomuhren für sehr genaue Zeitbestimmung!) und so ein virtuelles Teleskop erzeugt das so groß ist wie die Distanz zwischen den verwendeten Teleskopen. In der neuen Studie wurde ein Teleskop einer virtuellen Größe von 4500 km erzeugt. Dank neuer Instrumente und Techniken konnte bei einer sehr kleinen Wellenlänge von 1,3 mm gemessen. Dies erlaubte einen besseren Blick durch interstellaren Wolken, die bei dem vorher durch VLBI möglichen größeren Wellenlängen den Blick versperrt hatten.
Mit dem großen virtuellen Teleskop erreicht man eine sehr hohe Auflösung, die nur noch einen Faktor drei über dem Schwarzschild-Radius des Schwarzen Loches liegt (dem Radius des Ereignishorizontes). Die ersten Ergebnisse bieten bisher unbeobachtet hohe Massendichten und liefern zusätzliche Bestätigung für die Existenz des Schwarzen Lochs. Die entwickelten techniken und Instrumente sollen weiter verfeinert werden, um weitere, noch genauere Messungen möglich zu machen.

Bildquelle, unter stock.xchng Image License.

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