Geführte Wege und Wasser
Bei Wikipedia kann man sich herrlich verlaufen und lernt esrazunliche Sachen, die man eigentlich behaupten müsste zu kennen.
Was ich zunächst nur nachsehen wollte, war “viaduc”, das sieht man oft auf belgischen Autobahnen und ich wollte sehen, ob es tatsächlich nur Brücke bedeutet. Die Übersetzung lieferte “Viadukt”, und Wikipedia spezifierte Viadukte als Straßen- oder Eisenbahnbrücken die Taleinschnitte oder Senken überqueren. Nur scheint also im französischen Sprachgebrauch “viaduc” dafür auch gebräuchlicher zu sein, ich habe jedenfalls in Deutschland allenfalls mal “Talbrücke” gehört/gesehen.
Wo ich nun schon dabei war, wollte ich auch noch den Aquädukt nachsehen, der ja zumindest - Latinum sei dank - sprachverwandr ist. (”ducere” = führen, “via” = Weg, “aqua” = Wasser). Dabei habe ich zunächst gelernt, dass das und der als Artikel offenbar wild verwirbelt werden. Nun, im Lateinischen ist “ductus” ist ziemlich eindeutig männlich (u-Deklination ist die erste, die man lernt), also sollten da eigentlich gar keine Irrungen auftreten. Im Gegensatz zum Blog, wer das Blog männlich amcht sollte mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft werden
Der Aquädukt ist nun aber nicht nur vom Wort, sondern auch vom Bauwerk her sehr mit der Straßenbrücke über ein Tal verwandt. So bin ich also beim ziemlich guten Artikel über die Wasserversorgung im Römischen Reich gelandet. Grundsätzlich lagen Wasserleitungen unterirdisch, und führten mit geringem Gefälle Wasser über große Strecken. Musste aber ein Hindernis wie ein Tal überwunden werden, setzte man dort eine Brücke hinein und legte die Leitung darüber. In tiefen Tälern, wo man die Brücke nicht hoch genug bauen konnte, setzte man tatsächlich Druckleitungen ein, die das Wasser wie in kommunizierenden Röhren am Ende wieder etwas nach oben befördern konnten! In den Städten ging es dann von Wassertürmen aus mit Ton- oder Bleirohren weiter…



